Fürstenwalder Abiturient will Friedensdienst in Pittsburgh leisten

Veröffentlicht am 28.06.2011 in Jugend

Fürstenwalde (moz) Nach dem Abi gleich an die Uni – das kam für Sebastian Adamski nicht in Frage. Gutes tun und dabei die Welt entdecken, schon eher. Im September fliegt der 19-jährige Fürstenwalder deshalb mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) für ein Jahr nach Pittsburgh. Nur einen kleinen Haken hat die Sache noch.

Um seinen Traum wahrzumachen, benötigt Sebastian Adamski 15??Paten, die den Friedensdienst mit 12 Euro monatlich ein Jahr lang mitfinanzieren. Elf Unterstützer hat er bereits zusammen, fehlen noch vier. Bis zum 15. Juli hat der Abiturient Zeit. „Der Freiwilligendienst soll nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, erklärt Adamski den Sinn und Zweck der Paten-Regelung. Schließlich belaufen sich die Kosten für einen Platz beim Friedensdienst auf monatlich 800??bis 1200??Euro. Die Patenschaft ist steuerlich absetzbar.
Ausgesucht hat sich Adamski ein Projekt in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dort will er für die Delta Foundation of Pittsburgh arbeiten. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-Sexuellen und Trans-Gender-Menschen in West-Pennsylvania ein. Sie leistet Bildungs-, Netzwerk- und Lobbyarbeit und veranstaltet darüber hinaus jedes Jahr im Juli den Pittsburgh-Pride. „Das ist vergleichbar mit dem Christopher-Street-Day in Berlin“, erklärt Adamski.
Der Abiturient möchte mit seinem freiwilligen Engagement ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setzen. „In den USA haben sich in den vergangenen zwölf Monaten eine ganze Reihe von homosexuellen Jugendlichen umgebracht, weil sie in der Schule gemobbt wurden“, so Sebastian Adamski. Die Berichte darüber hätten ihn sehr nachdenklich gemacht und seien mit ein Grund dafür gewesen, sich für das Pittsburgh-Projekt der Aktion Sühnezeichen zu bewerben. Jungen Menschen in seiner neuen Heimat auf Zeit möchte Adamski deutlich machen: „Die Schulzeit ist oft schwierig, aber danach es wird besser.“
Mit einem Sozialpraktikum bei Maneo, dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, hat sich der 19-Jährige inhaltlich auf den Friedensdienst vorbereitet. Sozial und gesellschaftlich aktiv war Sebastian Adamski jedoch schon immer. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium war er stellvertretender Schülersprecher, saß zudem im Kreisschulbeirat und Landesschülerrat. Er leitete eine Theater- und Medien-AG an der Theodor-Fontane-Grundschule Fürstenwalde, sammelte Spenden für den Malteser Hilfsdienst und ermöglichte Obdachlosen gemeinsamen mit anderen einen Wellnesstag.
Auch nach der Schulzeit freiwillige soziale Arbeit zu leisten und ein wenig herumzukommen, „das war für mich von vornherein klar“, erklärt Adamski. Wer den jungen Mann aus Fürstenwalde ein Jahr lang bei seinem Friedensdienst mit einer Patenschaft unterstützen möchte, schreibt ihm einfach eine E-Mail an sebastian.adamski@rocketmail.com.

 

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